Lohnt sich Copilot für unser KMU? Bei welchen Aufgaben bringt er wirklich Entlastung? Und woran erkennen wir, ob der Zeitpunkt stimmt?
Diese Fragen stellen sich viele Unternehmen, die bereits mit Microsoft 365 arbeiten und nun prüfen, ob Microsoft 365 Copilot im Alltag sinnvoll eingesetzt werden kann. Eine Microsoft-Untersuchung zeigte, dass Copilot-Nutzerinnen und -Nutzer bei typischen Wissensaufgaben wie Suchen, Schreiben und Zusammenfassen schneller arbeiteten. Für KMU ist diese Zahl vor allem ein Hinweis: Copilot lohnt sich dort, wo Informationen regelmässig gesucht, geordnet, zusammengefasst oder für den nächsten Schritt vorbereitet werden müssen.
Woran erkennen Sie, dass Copilot für Ihr KMU sinnvoll sein kann?
Ein guter Hinweis ist der Arbeitsalltag. Entsteht regelmässig Aufwand, weil Informationen zuerst aus verschiedenen Quellen zusammengesucht und geordnet werden müssen? Dann kann Copilot sinnvoll sein.
Typische Signale sind:
- E-Mail-Verläufe mit vielen Beteiligten müssen häufig zusammengefasst werden.
- Besprechungen erzeugen offene Punkte, Aufgaben und Entscheide, die sauber festgehalten werden müssen.
- Projektinformationen liegen verteilt in Mails, Notizen, Teams-Chats und Dokumenten.
- Präsentationen oder Entscheidungsgrundlagen entstehen häufig unter Zeitdruck.
- Mitarbeitende verbringen viel Zeit damit, vorhandene Informationen in eine brauchbare Struktur zu bringen.
In solchen Situationen fehlt meist nicht die Information. Das Problem ist eher, dass sie verteilt liegt und zuerst geordnet werden muss, bevor ein Team weiterarbeiten kann.
Bei welchen Aufgaben hilft Copilot konkret?
Copilot hilft vor allem dort, wo bestehende Informationen aufbereitet werden müssen. Er ersetzt keine fachliche Beurteilung, kann aber eine erste Struktur liefern.
Typische Aufgaben sind:
- Lange E-Mail-Verläufe zusammenfassen
- Besprechungsnotizen und Transkripte strukturieren
- Offene Punkte und mögliche Folgeaufgaben herausarbeiten
- Dokumente kürzen, ordnen oder in eine neue Form bringen
- Inhalte für Präsentationen vorbereiten
- Informationen für Entscheidungen übersichtlich darstellen
Der Nutzen entsteht nicht durch fertige Ergebnisse auf Knopfdruck. Aber Mitarbeitende müssen Informationen nicht zuerst manuell zusammensuchen und strukturieren, sondern können mit einer vorbereiteten Grundlage weiterarbeiten.
Wer typische Aufgaben im Arbeitsalltag genauer einordnen möchte, findet im Beitrag wie Copilot den Büroalltag entlastet weitere Beispiele.
Ein typischer Anwendungsfall in einem KMU
Ein Projektleiter kommt aus einer Kundenbesprechung. Danach liegen Besprechungsnotizen, mehrere E-Mails und bestehende Projektunterlagen vor. Nun muss er festhalten, welche Punkte offen sind, welche Aufgaben an wen gehen und welche Informationen für das nächste Gespräch wichtig sind.
Genau hier kann Copilot unterstützen: nicht indem er das Projekt führt, sondern indem er vorhandene Informationen schneller ordnet.
| Aufgabe | Ohne Copilot | Mit Copilot |
| Besprechung auswerten | Notizen, E-Mails und Unterlagen einzeln durchgehen | Zusammenfassung, offene Punkte und mögliche Aufgaben als erste Grundlage erhalten |
| Aufgaben zuordnen | To-dos manuell aus verschiedenen Quellen herauslesen | Mögliche Folgeaufgaben strukturieren und anschliessend prüfen |
| Entscheidungsgrundlage erstellen | Relevante Inhalte aus mehreren Dokumenten zusammensuchen | Vorhandene Informationen bündeln und für die weitere Bearbeitung vorbereiten |
Die fachliche Beurteilung bleibt beim Menschen. Copilot entscheidet nicht, welche Aufgabe wichtig ist oder welche Zusage gegenüber dem Kunden gilt. Er hilft dabei, schneller Übersicht zu gewinnen.
Auch bei Präsentationen zeigt sich dieser Unterschied. Copilot kann bestehende Inhalte in eine erste Struktur bringen. Ob die Aussagen stimmen, ob die Gewichtung passt und ob die Präsentation für die Zielgruppe funktioniert, bleibt Aufgabe der verantwortlichen Person.
Ein vertiefendes Beispiel dazu bietet der Beitrag Inhalte mit Copilot für Präsentationen strukturieren.
Wo bleibt die Verantwortung?
Copilot unterstützt bei Zusammenfassungen, Strukturierung und Vorbereitung. Die Verantwortung für Inhalte bleibt aber beim Menschen.
Ergebnisse müssen geprüft, eingeordnet und freigegeben werden, bevor sie weiterverwendet werden. Das gilt besonders bei Kundenkommunikation, Zahlen, Verträgen oder vertraulichen Informationen.
Vor dem Einsatz braucht es deshalb klare Regeln:
- Welche Inhalte darf Copilot vorbereiten?
- Welche Ergebnisse müssen kontrolliert werden?
- Wer entscheidet über Freigaben?
- Welche Informationen dürfen nicht in Prompts verwendet werden?
- Wer ist zuständig, wenn Fragen oder Unsicherheiten entstehen?
Wichtig ist auch die Datenbasis. Microsoft 365 Copilot nutzt Informationen im Kontext der angemeldeten Person und berücksichtigt bestehende Berechtigungen. Copilot kann also nur auf Daten zugreifen, für die die jeweilige Benutzerin oder der jeweilige Benutzer berechtigt ist.
Gerade deshalb sollten Berechtigungen, Freigaben und Ablagestrukturen vor dem Start geprüft werden. Wenn Inhalte zu breit freigegeben sind, können sie in Copilot-Ergebnissen auftauchen, obwohl sie im Alltag vielleicht nicht mehr für alle sichtbar sein sollten.
Wenn sensible Informationen, Freigaben und Datenklassifizierung zuerst sauber geregelt werden müssen, lohnt sich zusätzlich der Beitrag sensible Daten in Microsoft 365 steuern.
Für wen lohnt sich Copilot eher nicht?
Copilot bringt wenig, wenn im Alltag kaum wiederkehrende Wissensarbeit anfällt oder kein konkreter Anwendungsfall erkennbar ist.
Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Informationen selten zusammengefasst werden müssen, Teams kaum mit Besprechungsnotizen, Dokumentation oder Entscheidungsgrundlagen arbeiten oder die relevanten Daten nicht im Microsoft-365-Umfeld verfügbar sind.
Sinnvoll ist ein nüchterner Blick auf den Alltag:
- Welche Ergebnisse lassen sich gut prüfen?
- Welche Arbeiten kosten regelmässig Zeit?
- Wo liegen Informationen bereits vor?
- Welche Aufgaben wiederholen sich?
Microsoft 365 Copilot sinnvoll im KMU einsetzen
Möchten Sie prüfen, ob Copilot für Ihr KMU sinnvoll ist? Entec unterstützt Sie dabei, passende Aufgaben, geeignete Benutzergruppen und einfache Regeln für den Start einzuordnen.
Wie gelingt ein sinnvoller Start mit Copilot?
KMU sollten zuerst wenige Anwendungsfälle wählen, bei denen der Nutzen im Alltag gut überprüfbar ist. Geeignet sind zum Beispiel Zusammenfassungen von Besprechungen, die Strukturierung bestehender Dokumente oder die Vorbereitung von Entscheidungsgrundlagen.
Danach braucht es eine passende Startgruppe. Sie sollte aus Personen bestehen, die häufig solche Aufgaben haben und Rückmeldungen aus der Praxis geben können.
Nach der ersten Nutzungsphase sollte geprüft werden:
- Hilft Copilot bei den gewählten Aufgaben?
- Wo entsteht tatsächlich eine spürbare Entlastung?
- Welche Ergebnisse müssen stärker geprüft werden?
- Welche Regeln brauchen Mitarbeitende?
- Welche Anwendungsfälle eignen sich für weitere Teams?
Am Ende sollte klar sein, welche Aufgaben funktionieren, welche Grenzen sichtbar wurden und ob ein breiterer Einsatz sinnvoll ist.
Was kann zu Enttäuschungen nach der Einführung führen?
Enttäuschung entsteht meist dann, wenn Copilot eingeführt wird, bevor klar ist, wofür er im Alltag genutzt werden soll.
Ein häufiger Fehler ist, zuerst Lizenzen zu aktivieren und erst danach passende Anwendungsfälle zu suchen. Dann bleibt unklar, welche Aufgabe einfacher, schneller oder klarer werden soll.
Ebenso kritisch ist eine Einführung ohne Kommunikation. Mitarbeitende müssen wissen, wofür Copilot gedacht ist, wo die Grenzen liegen und welche Ergebnisse geprüft werden müssen.
Auch die Verantwortung sollte früh geklärt sein. Geschäftsführung, Fachbereiche und IT müssen nicht alles gemeinsam entscheiden. Aber sie sollten wissen, wer für Zweck, Anwendungsfälle, Berechtigungen und Schulung verantwortlich ist.
Wie begleitet Entec Copilot-Einführungen?
Entec begleitet KMU bei der Einführung von Copilot mit Blick auf den konkreten Arbeitsalltag. Im Zentrum steht nicht die Frage, welche Funktionen verfügbar sind, sondern wo Mitarbeitende tatsächlich entlastet werden können.
Gemeinsam wird geprüft, welche Aufgaben sich für den Start eignen, welche Benutzergruppen sinnvoll sind und welche Rahmenbedingungen vor dem Einsatz geklärt werden sollten. Dazu gehören Datenbasis, Berechtigungen, Verantwortlichkeiten und einfache Regeln für die Nutzung im Alltag.
Während der Einführung begleitet Entec erste Benutzergruppen mit Schulung, konkreten Anwendungsfällen und regelmässigem Austausch. So wird sichtbar, wo Copilot im Betrieb sinnvoll unterstützt und welche Punkte vor einem breiteren Einsatz nachgeschärft werden sollten.
Fazit
Copilot lohnt sich im KMU dann, wenn er für passende Aufgaben eingesetzt wird. Die Lizenz ist nur eine Voraussetzung. Ob daraus im Alltag Nutzen entsteht, entscheidet sich an den Aufgaben, der Datenbasis und den Regeln für die Nutzung.
Wenn Mitarbeitende regelmässig Informationen suchen, zusammenfassen, ordnen oder für Entscheidungen vorbereiten müssen, kann Copilot den Einstieg in diese Arbeit erleichtern. Wenn aber kein klarer Anwendungsfall vorhanden ist, bleibt Copilot schnell ein weiteres Werkzeug ohne erkennbare Wirkung.
Die bessere Frage lautet deshalb nicht: Können wir Copilot aktivieren?
Sondern: Welche Aufgabe soll Copilot in unserem Alltag konkret erleichtern?
FAQ – Häufige Fragen zu Microsoft 365 Copilot
Haben Sie Fragen zu Microsoft Copilot? Kontaktieren Sie uns. Alternativ finden Sie hier ein paar Antworten auf häufig gestellte Fragen.
Für welche Mitarbeitenden lohnt sich Copilot zuerst?
Copilot lohnt sich zuerst für Mitarbeitende, die regelmässig Informationen suchen, zusammenfassen, strukturieren oder für andere vorbereiten müssen. Das betrifft zum Beispiel Projektleitung, Geschäftsleitung, Assistenz, Verkauf, HR oder interne Koordination. Entscheidend ist nicht die Abteilung, sondern ob im Alltag wiederkehrende Wissensarbeit anfällt.
Welche Aufgaben eignen sich für einen ersten Copilot-Test im KMU?
Geeignet sind Aufgaben, bei denen bereits genügend Informationen vorhanden sind und das Ergebnis gut überprüft werden kann. Dazu gehören Zusammenfassungen nach Besprechungen, erste Entwürfe für Status-Updates, die Strukturierung bestehender Dokumente oder die Vorbereitung von Entscheidungsgrundlagen.
Welche Daten kann Copilot im Unternehmen sichtbar machen?
Microsoft 365 Copilot arbeitet mit Daten, auf die die angemeldete Person bereits Zugriff hat. Deshalb ist vor dem Start wichtig zu prüfen, ob Berechtigungen, Freigaben und Ablagen sauber geregelt sind. Zu breit freigegebene Inhalte können sonst in Copilot-Ergebnissen auftauchen, obwohl sie im Alltag vielleicht nicht mehr für alle sichtbar sein sollten.
Wann ist Copilot für ein KMU noch zu früh?
Copilot ist eher zu früh, wenn keine klaren Anwendungsfälle vorhanden sind, Daten ungeordnet abgelegt werden oder Mitarbeitende nicht wissen, wie Ergebnisse geprüft werden müssen. Auch ein Start nur wegen des Trends führt selten zu einem klaren Nutzen.
Ersetzt Copilot fachliche Kontrolle oder Freigabeprozesse?
Nein. Copilot kann Inhalte vorbereiten, ordnen oder zusammenfassen. Die fachliche Beurteilung bleibt beim Menschen. Besonders bei Kundenkommunikation, Zahlen, Verträgen oder vertraulichen Informationen müssen Ergebnisse geprüft und freigegeben werden, bevor sie weiterverwendet werden.
Lassen Sie uns gemeinsam durchstarten
Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung oder buchen Sie bei uns einen Workshop, um Ihr volles Potenzial zu entfalten. Lassen Sie uns gemeinsam Ihre digitale Zukunft gestalten! Sie erreichen uns unter +41 44 800 80 00 oder via E-Mail an info@entec.ch

Monty Frey

Sven Chen

Fabio Wüthrich

Dennis Na
Sind Sie auf der Suche nach einem verlässlichen IT Outsourcing Partner? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie Entec und unser Team in die Evaluation miteinbeziehen.
Warum wir der richtige IT Partner für Sie sein könnten





Überzeugen Sie sich von unserer Qualität im Bereich IT Outsourcing. Hier geht’s zu den Referenzen
Oder lesen Sie hier mehr über weitere Copilot Themen: Entec Blog